Corona-Virus: Regelungen für Veranstaltungen

Alle Veranstaltungen im SeniorenNetzwerk Altstadt-Nord sind bis auf Weiteres abgesagt! Schauen Sie aber bitte ab und zu auf den Kalender oder Ihre Gruppenseite, ob es (mit Einschränkungen) wieder los geht!

Hilfsangebote für Senior*innen unter COVID-19

 


Coronavirus-Infektion – Wie kann ich mich am besten schützen?

Ratgeber in der Presse, im Internet und über Mundpropaganda überbieten sich gegenseitig! Vielfach gut gemeint, aber immer richtig?

(©SWR)

 

· Zunächst mal die bisher gesicherten Fakten zum neuen Erreger „SARS-CoV-2“:

Das SARS-CoV-2-Virus gehört zur Familie der Coronaviren, die uns aus der Epidemie 2002/2003 als Krankheitserreger eines damals Schweren Akuten Respiratorischen Syndroms im Rahmen einer atypischen Lungenentzündung (daher „SARS“) bekannt ist. Das sich aktuell massiv ausbreitende Virus ist aber neu und verhält sich wissenschaftlich ganz anders und bisher unbekannt (daher „neues Coronavirus“ oder „SARS-CoV- 2“). Alle Erkenntnisse über dieses neue Virus werden daher erst im Verlauf dieser Pandemie gewonnen.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Virologen siedelt sich das Virus zunächst im Rachenring, dem hintersten Abschnitt der Mundhöhle an. Von dort wandert es in die Rachenschleimhaut, ist dort lebensfähig und kann sich an diesem Ort rasant vermehren. Beim Husten, Niesen und bei sehr feuchter Aussprache wird es dann in Schleimtröpfchen aus dem Mund wieder herausgeschleudert („Tröpfcheninfektion“) und kann andere Menschen infizieren. Diese Infektion führt dann zu der Erkrankung COVID-19 mit vielleicht symptomlosem Verlauf, aber auch mit einer unterschiedlich schwer verlaufenden Lungenentzündung bis hin zu schwersten Verläufen einschließlich des möglichen Todes an dieser Erkrankung.

Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen bisher, dass die aus dem Mund des befallenen Virusträgers herausgeschleuderten Schleimtröpfchen über eine Strecke von 1,5 bis 2m zu Boden sinken. Dort überlebt dieses Virus nicht weiter, aber in diesem Nahbereich ist eine Tröpfcheninfektion jederzeit möglich. Auf unbelebten Flächen (Türklinken, Handgriffen usw.) konnten zwar für kurze Zeit Virusreste nachgewiesen werden, aber die Viruslast war in allen bisherigen Untersuchungen sehr begrenzt.

Medikamentöse Behandlungen werden aktuell erforscht. Ein Impfstoff zum Schutz gegen die COVID-19-Erkrankung steht noch nicht zur Verfügung.

 

· Also, was tun in der Öffentlichkeit zum eigenen Schutz? Schutzmasken? Handschuhe? Desinfektionsmittel in der Tasche tragen?

 

…der Reihe nach…

Schutzmasken?!

Sind sie ein sinnvoller Schutz gegen die Tröpfchen des mir Gegenübertretenden?

Meine Antwort: JA und NEIN, denn „Schutzmaske“ ist nicht gleich „Schutzmaske“!

Wir unterscheiden 3 ganz unterschiedlich gebaute und ganz unterschiedlich schützende Masken:

· FFP-Masken

 

(©ARA Arbeitsschutz)

 

· Mund-Nase-Schutz, auch „OP-Maske“ genannt

 

(©Phonepart)

 

· Mund-Nase-Bedeckung, auch „Community-Maske“ genannt

 

(©Kasuwa.de)

 

 

Worin unterscheiden sie sich?

Ø FFP-Masken sind nach DIN-Normen zertifiziert und professionell hergestellte filtrierende Halbmasken (also über Mund und Nase schützend), die je nach Dichtigkeit (FFP-2-, FFP-3-Masken) den Träger zu einem hohen Prozentsatz gegen Stäube und Aerosole, also auch gegen den Erreger SARS-CoV-2, das neue Coronavirus, schützen.

Fazit: Sie gehören in die Klinik für den Personalschutz beim direkten Patientenkontakt mit einem Corona-Infizierten!

Ø Der Mund-Nase-Schutz („OP-Maske“) besteht nach DIN-Norm aus dünnerem Papiervlies. Er schützt weniger den Träger dieser Schutzmaske, sondern eher die Mitmenschen vor Tröpfchen und Aerosolen, die der Träger von sich gibt!

Fazit: Sie sollten unbedingt dem medizinischen Bereich (Pflegende/Ärzte) zur Verfügung stehen! Die Produktion von FFP- und OP-Masken haben wir aus Europa unter dem Kostendiktat vor Jahren in den asiatischen Raum verlagert. In der jetzigen Pandemie brauchen wir unerwartet große Mengen an Schutzkleidung hier, aber sie sind nicht ausreichend zu bekommen. Der Markt ist heiß umkämpft!

 

Ø „Community-Masken“ aus Stoff oder anderen Materialien sind nicht zertifiziert und entsprechen keiner Norm. Sie haben eher keine Schutzwirkung für den Maskenträger, aber einen gewissen Schutz für die umgebende Gesellschaft!

 

Fazit: Trotz nicht nachgewiesener ausreichender Schutzwirkung bremsen sie begrenzt die Weitergabe/Aufnahme von „Tröpfchenmassen“ mit dem Erreger in zwischenmenschlich nicht vermeidbaren Kontakten! Sie werden daher bei nicht vermeidbarem engerem Kontakt mit Mitmenschen (Supermarkt, ÖPNV, Bahn usw.) aktuell empfohlen.

 

Einmalhandschuhe in der Öffentlichkeit?

(©www.hartmann.info)

 

Wie der Name schon sagt: „Einmalhandschuhe“ - daher nur zum kurzfristigen Gebrauch und vorwiegend für den ärztlichen und pflegerischen Einsatz am Patienten gedacht. Bei längerer Tragedauer entwickelt sich durch den Luftabschluss der Hände im Handschuh als Schwitzeffekt eine „feuchte Kammer“ um die Hände herum. Die Haut wird aufgeweicht – der ideale Nährboden für eine Vermehrung der immer auf der Haut sitzenden Hautkeime! Vor und nach jedem Tragen von Handschuhen ist außerdem eine direkte Hautdesinfektion unerlässlich!

Bei längerem Tragen von Einmalhandschuhen nimmt die unerkannte und oft nicht sichtbare Perforationsgefahr des Handschuhs zu. Die Schutzfunktion lässt kontinuierlich nach!

Schutzhandschuhe bedeuten „Pseudosicherheit“ – häufigeres Händewaschen wird beim längeren Tragen des Handschuhs vergessen!

Fazit: kein wissenschaftlich bestätigter guter Schutz in der Öffentlichkeit!

 

Desinfektionsmittel?

(©www.hartmann.info)

 

Ja, dafür anerkannte Präparate wirken auch sicher gegen Coronaviren!

Aber: häufigeres Waschen der Hände über den Tag mit normaler Seife für mindestens 20 Sekunden unabhängig von der Wassertemperatur hat wissenschaftlich erwiesen denselben Effekt!

Menschen, die sich aufgrund einer gravierenden Erkrankung vor jeder banalen Infektion unbedingt schützen müssen, benötigen natürlich Händedesinfektionsmittel auch im Alltag.

Fazit: Überlassen wir die Desinfektionsmittel diesen Patienten mit speziellen Erkrankungen und ansonsten den Kliniken!

 

 

Also: Wie schützen wir uns am besten gegen die Corona-Infektion in der Öffentlichkeit?

 

· Abstand, Abstand, Abstand halten bei jedem Kontakt! (nachweislich ist das permanente Abstandhalten, das „Social distancing“ in Verbindung mit aktuellen Reisebeschränkungen die effektivste und sicherste Infektionsvermeidung!)

 

(©RKI)

 

 

 

· „Hustenetikette“ – in die Ellenbeuge, nicht in die Hand! (sollte auch schon vor und sicher auch nach „Corona-Zeiten“ immer gelten!)

 

 

 

· Händewaschen wiederholt über den Tag, jeweils mindestens 20 Sekunden! (die wirkungsvollste, sicherste und einfachste Infektionsvermeidung gegen dieses Virus!)

 

 

 

· Mund-Nase-Bedeckungen, „Community-Masken“ (aktuelle Nutzungsempfehlung beim Einkauf, in der Bahn, in engen Bereichen, bei allen Nahkontakten!)

 

 

 

 

 

 

Diese Maßnahmen erscheinen simpel, für Jedermann ohne Schwierigkeiten umsetzbar. Sie werden in dieser Pandemiezeit bei noch fehlender Therapiemöglichkeit der COVID-19-Erkrankung und bei noch fehlendem Impfschutz gegen diese Erkrankung nach einhelliger wissenschaftlicher Erkenntnis als höchst wirksam angesehen!

 

Machen Sie mit!

 

Schützen Sie sich und andere mit diesen gesicherten Maßnahmen!

 

Denn das Virus wird uns noch geraume Zeit begleiten!

 

 

Dr. med. Ernst-Albert Cramer

 (Hygienebeauftragter Arzt am St. Antonius Krankenhaus, Köln-Bayenthal)