Römische Wasserleitung

Ihr Weg aus der Eifel bis nach Köln

 

Um Ihrer Bürger in Köln mit qualitativ gutem Wasser aus der Eifel zu versorgen, erbauten die Römer im 1. Jahrhundert eine Wasserleitung, die von Nettersheim bis nach Köln entlang über 95,4 km lang wurde.

Zwischen dem 1. Und 3. Jahrhundert nach Christus war es damit die längste Wasserleitung des römischen Reichs.

Das Wasser entsprang aus dem mitteldevonischen Dolomit und wurde in einer Quelle im Urfttal nördlich von Nettersheim gefasst. 

Die Wasserleitung führte quer durch die Eifel vorbei an Mechernich, Euskirchen, Rheinbach über das Vorgebirge, Brühl und Hürth bis nach Köln.

Die Römer bewiesen bei dem Bau ihre große Ingenieurleistung, denn es mussten 95 km Gefälle von Nettersheim über das Vorgebirge bis nach Köln überwunden werden. Dazu wurden spezielle technische Geräte erfunden, unter anderem ein Chorobat: ein über 3 Meter langes Messgerät zum Nivellieren. Zum Einsatz kam auch ein Groma, ein Gerät zur Bestimmung des rechten Winkels.

Beide Geräte können heute als originalgroße Rekonstruktion im Römerkanal Infozentrum in Rheinbach angesehen werden.

Dorthin führt auch der Römerkanal-Wanderweg, auf dem man verschiedene Stationen der Wasserleitung besichtigen und sich informieren kann. Die Route hat 53 Stationen mit ausführlichen Informationstafeln zu den Sehenswürdigkeiten und gibt eine sehr gute Anschauung vom Verlauf der Leitungstrasse

Die Wasserleitung verlief ca. 1 Meter unterhalb der Erdoberfläche zum Schutz vor Frost und wurde als eine U-förmige Rinne aus Beton oder Mauersteinen gebaut. Anschließend wurde auf die Rinne eine Schicht aus zugehauenen und vermörtelten Natursteinen gemauert, die ihrerseits ein Gewölbe aus Steinen mit viel Mörtel trug. Bei der Ausführung in Beton und für das Gewölbe wurden Bretter für die Schalung verwendet, deren Maserung als Abdruck im Beton erkennbar ist. Die Leitung hatte innen eine Breite von siebzig Zentimetern und eine Höhe von einem Meter und konnte damit auch von innen begangen werden. Sie war zum Schutz vor eindringendem Wasser außen verputzt und wurde bei Bedarf von einer Drainage begleitet, die anstehendes Grundwasser sowie Sickerwasser von der Leitung fernhielt.

Das Innere der Leitung war mit einem rötlichen Putz versehen (opus signinum), der aus Kalk und Zuschlägen wie zerstoßenen Ziegelsteinen besteht. Dieser Putz erhärtete auch unter Wasser und dichtete die Leitung gegen Wasserverluste nach außen ab. Feine Risse und Spalten im Putz wurden mit Holzasche abgedichtet, die bei der Inbetriebnahme und Erstbefüllung der Leitung mit Wasser hineingestreut wurde.

Das Wasser aus der Eifel war sehr kalkhaltig, was jedoch sehr vorteilhaft war, da es die Bleileitungen in den römischen Haushalten automatisch abdichtete. Die Römer wussten bereits, dass Blei ungesund war.

In der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts wurde beim fränkischen Großangriff auf das römische Rheinland unter anderem auch die Eifelwasserleitung zerstört und danach nicht wieder in Betrieb genommen.

 

Text: Domenika Gehenzig

Bild: ©gerd-buckan.de


Hopfen und Malz, Gott erhalt‘s
oder einfach: Jeck op Kölsch!

 

Die Geschichte des Kölner Gerstensaftes ist fast eben so lang, wie die Zahl seiner (internationalen!) Fans: Das erste Kölsch im heutigen Sinne braut seit 1906 die Brauerei Sünner, die erstmals 1918 mit dem Begriff „Kölsch“ für das helle, obergärige Bier warb. Wobei dem eine lange Geschichte voranging. Das Kölner Brauamt als Standes-vertretung der Kölner Brauer besteht laut Wikipedia bereits seit dem Jahr 1250. Das damals gebraute Bier wurde ohne Hopfen und mit Grut – einer wechselnden Kräutermischung – gewürzt und spontan vergoren. Anfang des 15. Jahrhunderts fand der Hopfen dann seinen Weg ins Kölner Braugewerbe.

KölschDer zweite Weltkrieg sorgte für einen tiefen Einschnitt im Bierkonsum: 1946 gab es nur noch zwei Brauereien in Köln, und die Zutaten Malz und Hefe waren nicht oder nur in schlechter Qualität (oder illegal) zu bekommen. Die Zahl der Kölsch-Brauereien erholte sich wieder und 1960 wurden in Köln rund 500.000 Hektoliter Kölsch gebraut. Kurz darauf entschied das Landgericht Köln, dass Kölsch nicht nur den Biertyp, sondern auch das Herkunftsgebiet ausweist. Das bedeutet, dass Kölsch nur in Köln und der näheren Umgebung hergestellt werden darf. Über die Einhaltung wacht mit Argusaugen und mit 16 Paragraphen die Kölsch-Konvention, die 1986 vom Bundeskartellamt anerkannt wurde.

Im November 1997 wurde das Kölner Nationalgetränk endlich als Bierspezialität von der EU in den Kreis der geschützten regionalen Spezialitäten aufgenommen. Damit war Kölsch (neben Rieser Weizenbier aus dem Nördlinger Ries) das erste alkoholische Getränk mit Inhalts-, Herstellungs- und Herkunftsgarantie. Wird Kölsch innerhalb der EU von Brauereien außerhalb der Kölsch-Konvention gebraut, erhält das Gebräu eine andere Bezeichnung wie Bönsch in Bonn oder Mölmsch in Mülheim. Auch international hat Kölsch schon längst seinen Sieges-zug fortgesetzt und wird mittlerweile in diversen Ländern hergestellt. Im amerikanischen Wettbewerb World Beer Cup gibt es eine Kategorie „German-Style Kölsch/Köln-Style Kölsch“. Die von deutschen Einwanderern im Süden Brasiliens gegründeten Kolonie Blumenau braut unter anderem das Eisenbahn Kölsch.

Traditionsgemäß wird das helle Vollbier mit einem durchschnittlichen Alkoholgehalt von 4,8 % in einem schlanken, zylindrischen, dünnwandigen 0,2-Liter Glas – der sogenannten Stange – vom Köbes ausgeschenkt. Vereinzelt trifft man auch auf das halbe Kölsch in der 0,1 Liter Stange, dem Stössje.

In diesem Sinne: Nit lang schwade – lade!

Text: Katja Wegerich

Bild: ©gerd-buckan.de