Essen gehört auf den Teller, nicht in die Tonne!

von Katja Wegerich

In Deutschland werden laut der Naturschutzorganisation WWF jedes Jahr über 18 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet. Trauriger Spitzenreiter im Bundes-ländervergleich ist dabei das bevölkerungsreichste Nordrhein-Westfalen mit einem Anteil von 4 Millionen Tonnen allein im vergangenen Jahr, gefolgt von Bayern (2,9 Millionen) und Baden-Württemberg (2,5 Millionen). Grund zur Hoffnung gibt es in NRW trotzdem, da hier laut WWF an vielen Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung gearbeitet wird.

Unter www.toogoodtogo.de kann man sich beispielsweise eine praktische App herunterladen, die einem gastronomische oder Einzelhandelsbetriebe in der Nähe aufzeigt, wo man leckeres Essen zu vergünstigen Preisen erhält. Für beide Seiten eine tolle Sache, da auch die Betriebe davon profitieren und weniger entsorgen müssen.

Die Seite foodsharing.koeln bietet nicht nur die Möglichkeit, einen von derzeit 21 Plätzen in Köln anzusteuern, wo Lebensmittel fair-teilt werden (wie zum Beispiel an der Alte Feuerwache Agnes-Viertel, Melchiorstraße 3, 50670 Köln, Mo-Sa von 09 bis 21 Uhr). Hier kann man auch eine/einer von mehr als 1000 ehrenamtlichen Foodsavern werden, die aktiv gegen die Lebensmittelverwendung in der Stadt vorgehen.

Einen ganz anderen, aber nicht minder kreativen Ansatz, verfolgt die Mundraub-Initiative: Unter www.mundraub.org  kann man in seiner Stadt herrenlose Obstbäume „ernten“ und seine Umgebung auch geschmacklich erkunden. Hier kann man Fundorte eintragen und abrufen und miteinander Erfahrungen oder Rezepte austauschen. Damit es auch wirklich kein MundRAUB ist, sollten eventuelle Eigentumsrechte eingehalten und auch etwas im Gegenzug zurückgegeben werden, beispielsweise durch eine Beteiligung an der Pflege und Nachpflanzung der Obst-bäume.

Dass das Gute buchstäblich vor der Tür liegen kann, zeigt der seit 2017 in Ehrenfeld ansässige erste „Reste-Supermarkt“ The Good Food: In ehrenamtlicher Mission werden hier Spenden vom Großhandel, Bauern oder Bäcker nach dem „Zahl, was es dir wert ist“- Prinzip angeboten. Das erhöht beim Käufer die Wertschätzung für Lebensmittel, finanziert Basiskosten wie Miete und sorgt dadurch für die Fortsetzung dieses wichtigen Projektes. Mo-Sa von 11 bis 19 Uhr, Venloer Str. 414, 50825 Köln.

Bild: Benjamin Schmitt foodsharing.de  

Sommersonnenwende: Sieg der Sonne

Zur Sonnenwende am 21. Juni jeden Jahres werden bis heute Feste gefeiert und Sonnwendfeuer entzündet. Auf diesen Termin fallen die kürzeste Nacht und der längste Tag des Jahres. In Bayern sind es in der Regel Vereine, die ein Sonnwendfest in ihrem Jahresprogramm organisieren.

Auf den Termin der Sommersonnenwende hat die Kirche schon in der Antike die Feier des hl. Johannes des Täufers gelegt, der auf den Erlöser Jesus Christus hinwies: Mit christlicher Licht- und Sonnensymbolik wird dieser Tag des Sieges der Sonne und des Lichtes über Dunkelheit und Tod gefeiert.

Die Nacht zum Johannestag galt auch als „Losnacht“, denn man glaubte, in dieser Nacht sei es möglich, das Wetter für die kommenden Wochen vorauszusagen.

Jakob Grimm hat in seinem Werk „Deutsche Mythologie“ 1835 in Kapitel III geschrieben: „Die Osterfeuer, Maifeuer, Sonnwendfeuer mit ihren mannigfachen Gebräuchen, leiten auf heidnische Opfer zurück ...“. Damit betont er auch einen heidnischen Hintergrund der Gebräuche.

Derartige Entwürfe zu einer „germanischen“ Vergangenheit und Religiosität waren ein Grund für „nationale Kreise, wie Studentenverbindungen und Turnvereine“ Ende des 19. Jahrhunderts. Anfang des 20. Jahrhunderts waren es vor allem nationalistische Kreise, die Sonnwendfeste feierten und zur Zeit des Dritten Reichs erlebte das Fest einen gewaltigen Aufschwung. Das Fest wurde von den Nationalisten propagiert und in vielen Dörfern und Städten wieder eingeführt und dazu benutzt, die „Volksgemeinschaft“ zu stärken. Das Sonnwendfest wurde zu einem „rein germanischen Fest“ erklärt. Wie viele Feste wurde auch das Sonnwendfest groß inszeniert, und es wurde mithilfe einer sog. Feuerrede versucht, die Ideologie der Nationalsozialisten im Volk zu verankern.

Nach dem Krieg verschwand das Fest fast vollständig aufgrund seines Hintergrunds während der Nazidiktatur. Nach und nach wurde das Fest aber seit den 1970er Jahren wieder neu belebt und gefeiert. Heutzutage sind es oft Brauchtums-, Sport- oder Schützenvereine, die das Fest veranstalten. Durch die belastete Vergangenheit wird das Fest heute kritisch betrachtet und das Sonnwendfeuer wird auch teilweise von Neo-Nazis als Vorwand für Treffen benutzt. Der mythische Aspekt ist ein Stück weit in den Hintergrund gerückt: Heute zählt in vielen Dörfern vor allem das gesellige Beisammensein von Familien und Einwohnern aller Generationen um bei Musik, Wein, Bier und dem Feuer die Nacht zu genießen

Text: Dominika Gehenzig

Bilder: Gerd Buckan

 

Unser Nachbarnetzwerk "Neustadt Nord" hat sich verselbständigt!

Seit dem 1.4.2019 wird das Netzwerk von einem fünfköpfigen ehrenamtlichen Gremium koordiniert, das sich nun um die Belange des Netzwerks kümmert. Das SeniorenNetzwerk Neustadt-Nord ist eines von vielen Netzwerken, das nach dem Konzept der Stadt Köln und der Liga der Wohlfahrtsverbände nach einigen Jahren der hauptamtlichen Koordination nun die Organisation in die eigene Hand nimmt.

Alle Netzwerke der Stadt Köln: SeniorenNetzwerke

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