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Zündorf und die Groov Text: Dominika Celejewski













Im Süden von Köln liegt der Ortsteil Zündorf, der füher aus den Dörfern Ober- und Niederzündorf entstanden ist. Oberzündorf, das ältere Dorf,  wurde zum ersten Mal 1008 schriftlich erwähnt als der Erzbischof Heribert von Köln Besitzungen in Zündorf an die von ihm gegründete Abtei Deutz übertrug.

Die römische Anwesenheit innerhalb des rechtsrheinischen Uferrandstreifens  kann auch durch Funde, vor allem bei der Kirche St. Michael in Niederzündorf, belegt werden.

Im Jahr 1259 bekam die Stadt Köln das Stapelrecht verliehen, wovon Zündorf durch seine Lage erheblich profitierte, denn viele Kaufleute wollten das Stapelrecht umgehen, indem sie Waren auf dem Landweg von Zündorf nach Mülheim transportierten.

Zündorf wurde so zum Hafen und Handelsumschlagplatz für den Warenverkehr mit dem Herzogtum Berg. Als Hafen diente der Rheinarm zwischen der Groov, einer alten Rheininsel und dem Rheinufer. Die auf dem Rhein verschifften Waren wurden in Zündorf auf Wagen umgeladen und um das Stadtgebiet Köln herum auf dem Landweg bis hinter Mülheim am Rhein transportiert. Wem jedoch nachgewiesen wurde, dass er das Stapelrecht auf dem Landweg umgehen wollte, dem konnten seine Waren enteignet werden. Als Verladestation flussaufwärts diente die Ortschaft Zündorf, die es dadurch zu Wohlstand bringen konnte.

Der Zündorfer Wehrturm wurde ca. im 13. Jahrhundert gebaut und bis ins 16. Jahrhundert von „Juncker“-Familien und ihrem Gesinde zu Wohn- und Verteidigungszwecken genutzt. Im 19. Jh. richtete man ihn als Teil einer Hofanlage her, wobei in die östliche Front zum Hof eine Tür gebrochen und der alte Zugang im dritten Stockwerk zugemauert wurde. Der Turm erhielt nach einem Brand 1864 ein neues Pyramidendach. Heute ist der Turm eine Außenstelle des Kölner Stadtmuseums.

Nicht nur die Kölner waren auf Zölle oder Zolleinnahmen angewiesen, sondern auch der Herzog von Berg. Seit dem 15. Jahrhundert erhob er in Zündorf als Einnahme den Rheinzoll. Seit dem Mittelalter befindet sich vor Zündorf eine Insel mit Namen Groov oder Mittelwerth. Der Rheinarm zwischen Insel und Zündorf bildete einen natürlichen Hafen und die Grundlage für den Aufstieg Zündorfs als Warenumschlagplatz. Nachdem die Südspitze der Insel 1852 mit dem Festland verbunden wurde, versandete der Zündorfer Hafen immer mehr und konnte schließlich nicht mehr genutzt werden. Außerdem wurde der Kölner Stapel 1831 aufgelöst, so dass Zündorf für den Handel nicht mehr interessant war.

Bis 1806 gehörte Zündorf zum Herzogtum Berg, wurde jedoch nach der Bergischen Ämtereinteilung vom Amt Porz verwaltet. 1795 wurde das Amt Porz mit dem Ortsteil Zündorf von französischen Truppen besetzt. In den folgenden Jahren gehörte der Ort zur Mairie Wahn im Kanton Mülheim im Arrondissement Mülheim im Département Rhin im Großherzogtum Berg. Porz kam 1815 an das Königreich Preußen und wurde Teil der Bürgermeisterei Heumar. 1875 wurde der Amtssitz von Heumar nach Porz verlegt. 1910 wurde in Porz ein Rathaus für die Bürgermeisterei Heumar errichtet. 1928 wurde sie in Amt Porz umbenannt und 1929 mit dem Amt Wahn vereinigt. Ab 1932 gehörte das Amt Porz zum Rheinisch-Bergischen Kreis. Im September 1951 erhielt die Gemeinde Porz die Stadtrechte. Am 1. Januar 1975 wurde die Stadt Porz mit den anderen Porzer Stadtteilen, u.a. Zündorf, von der Stadt Köln eingemeindet.